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Wirtschaftsmediation in Familienunternehmen

Konflikte von Individuen im Wirtschaftsleben stellen eine nahezu alltägliche Herausforderung dar. Der langfristige Erfolg betroffener Unternehmen hängt davon ab, ob und wie es gelingt, mit dieser Herausforderung umzugehen. Der Gang vor Gericht ist ein meist langwieriges und kostenintensives Unterfangen. Dazu bringt ein Gerichtsprozess in vielen Fällen Ergebnisse, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Konfliktparteien nicht entsprechen.

Aus diesem Grund steigt das Interesse von Unternehmern und Unternehmerinnen an alternativen Konfliktlösungsmethoden wie der Mediation. Moderierte Gespräche führen zeit- und ressourcenschonend zu Ergebnissen, die nicht nur bei zwischenbetrieblichen Anlassfällen, Teamkonflikten oder in der Lehrlingsmediation den Wünschen und Bedürfnissen der beteiligten Personen besser entsprechen. Auch und vor allem innerhalb der Familie kann professionelles Konfliktmanagement zu herausragenden Ergebnissen führen.

Je größer der persönliche und emotionale Aspekt in der Argumentation der Konfliktbeteiligten ist, desto bessere Ergebnisse wird eine Mediation bzw. professionelles Konfliktmanagement bringen. Üblicher Weise ist der Beziehungsaspekt in Konflikten umso größer, je näher sich die Konfliktbeteiligten auch privat stehen. Dies ist in Familienunternehmen ganz besonders der Fall. So scheint Mediation das Mittel der Wahl zur Konfliktlösung in Familienunternehmen.

Konflikte in Familienunternehmen

In Unternehmen, in denen mehrere Familienmitglieder tätig sind, zeigt sich regelmäßig eine Überlappung von Privatsphäre und wirtschaftlichen Interessen.

Sowohl die Sphäre der Familie als auch die berufliche Sphäre bergen Konfliktpotenzial. So kann es dazu kommen, dass aufgrund familiärer Konflikte die berufliche Sphäre leidet. In anderen Fällen leiden private Beziehungen unter ungelösten Konflikten aus dem Unternehmensbereich (Jernigan & Lord, o. J. ).

In der Folge leiden unternehmerische Produktivität und wirtschaftliche Effizienz. Bleiben Konflikte innerhalb der Unternehmerfamilie(n) für längere Zeit ungelöst, können familiäre Spaltungen und der Niedergang des Unternehmens folgen.

Wirtschaftsmediation in Familienunternehmen als Konfliktlösungsinstrument

Das Instrument der Mediation bietet Familienunternehmen einen vertraulichen Prozess, in dem ein neutraler Dritter (Mediator) die Kommunikation zwischen Familienmitgliedern anleitet und moderiert. Qualifizierte Mediatoren tragen dazu bei, dass anstehende Konflikte in strukturierter Form behandelt werden und die vorgetragenen Probleme der Familienmitglieder auf ihren Kern reduziert werden. So entsteht ein für alle Beteiligten entspanntes und vertrauensvolles Gesprächsklima.

Ein erfahrener Wirtschaftsmediator (Konfliktmanager)

  • bietet Ihnen einen geordneten Prozess zur Lösung der anstehenden Probleme, zur Erleichterung der Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern und zur Umsetzung der in diesem Prozess gefundenen Lösungen.
  • fungiert als Übersetzer der von den einzelnen Familienmitgliedern vertretenen Positionen.
  • bietet passende künftige Kommunikations- und Konfliktlösungsmodelle
  • hilft den Familienmitglieder in der Findung neuer, für alle Beteiligten befriedigenden Lösungen und dem Wiederaufbau von Vertrauen
  • unterstützt die Familie in der Planung und Implementierung der Lösungsschritte

Die Rolle des Wirtschaftsmediators

Erfahrene Wirtschaftsmediatoren sind mit den emotionalen, wirtschaftlichen und finanziellen Folgen ungelöster Konflikte in Familienunternehmen vertraut. Idealer Weise verfügen sie über umfangreiche Führungserfahrung in unterschiedlichen Wirtschaftsunternehmen und Organisationen. So haben sie ausreichendes Praxisverständnis für unternehmerische Probleme und Aufgabenstellungen.

Wirtschaftsmediatoren stehen allen beteiligten Parteien äquidistant gegenüber. Sie verschaffen allen an der Mediation Beteiligten Gehör im selben Ausmaß.

Beim Bundesministerium für Justiz eingetragene Mediatioren sind zudem per Gestetz zur Verschwiegenheit verpflichtet und sorgen dafür, dass der gesamte Mediationsprozess vertraulich abläuft. Der Wirtschaftsmediator dokumentiert den Konfliktlösungsprozess und stellt diese Unterlagen auf Wunsch allen Beteiligten zur Verfügung.

Praktische Konsequenzen

  • Mediationsklausel
    So erleichternd eine gelungen Mediation für alle Beteiligten verlaufen mag: Letztlich dient die Mediation als Ultima Ratio zum Umgang mit den Symptomen eines Konflikts.
    Zur Vermeidung künftiger Konflikteskalationen sollte an wirksame präventive Maßnahmen gedacht werden, die eine Mediation nicht mehr nötig machen: Geeignete Klauseln in Gesellschafterverträgen sorgen etwa dafür, dass bestimmte Konflikte unter Beiziehung eines neutralen Dritten (Mediators) zu lösen sind.
  • Familienbeirat
    Eine weiter greifende wirksame Maßnahme können regelmäßige Zusammenkünfte der betroffenen Stakeholder in Form eines Familienbeirats sein.
    Der Familienbeirat dient als Bindeglied zwischen Familie und Unternehmen. Er versteht sich als die Stimme der Familie und ihrer Mitglieder im Unternehmen. Der Familienbereit schafft die Strategie des Familienunternehmens. Er sorgt dafür, dass die Werte der Familie sich in der Führung des Unternehmens widerspiegeln.
  • So früh wie möglich gegensteuern
    Zeigen sich Konflikte im Familienunternehmen, die unüberbrückbar erscheinen, versuchen Sie so rach wie möglich gegenzusteuern (etwa durch Beiziehung eines professionellen Konfliktmanagers oder Mediators). Je früher Sie anstehende Probleme identifizieren und zur (offenen) Diskussion stellen, desto rascher wird die Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern wieder funktionieren. So wird und bleibt Ihr Unternehmen nachhaltig arbeitsfähig.